Barfuß unterwegs

Barfuß durch mein Leben – vom barfuß Laufen, Barfußschuhen und mehr …ein Artikel von 2017

Im April letzten Jahres hatte ich plötzlich den Impuls, das barfuß laufen auszuprobieren. Die ersten Schritte und Anläufe waren alles andere als fließend, ich stakselte so vor mich hin, jeder Stein tat weh, alles ging recht langsam. Trotzdem bemerkte ich recht schnell, wie toll sich das anfühlte und wie ich es begann zu lieben … dieser direkte Kontakt zur Erde, es war fast wie eine „Sucht“ 😉

Es half mir, wenn ich die Energieeinströmungen mal wieder so stark wahrnahm. Es brachte aber auch meinen Körper auf ein anderes Level … ich begann, nicht mehr so an die Füße zu frieren und ging den ganzen Sommer (bis in den Oktober/November hinein) ohne Socken. Meine Durchblutung wurde angeregt und so mein körperliches Empfinden umgestellt. Ich lief (und laufe) nicht immer und auf jedem Untergrund barfuß. Es muss sich richtig anfühlen. Ich muss mich damit wohl fühlen. Wenn es mir zu kalt oder nass ist, ziehe ich trotzdem weiter Schuhe an oder wenn ich mit dem Auto bzw. zum Einkaufen unterwegs bin auch. Meine Intuition sagt mir, wann ich barfuß gehe und wann nicht … doch die Zeiten ohne Schuhe nehmen zu. Interessanterweise haben sich auch meine Füße verändert. Sie sind breiter geworden und haben eine Art Polsterschicht bekommen. Und so merke ich immer mehr, dass mir kleine Unebenheiten, Steine oder Stöckchen nicht mehr so viel ausmachen. Ich laufe viel zügiger als zu Beginn, zügig und geführt.

Oft werde ich darauf hingewiesen, aufzupassen, wo ich hintrete … diese Aufforderung ist überflüssig. Solange ich achtsam bin, passiert nichts. Mein Körper weiß, wann er ausweichen muss oder wann ich nach unten schauen soll, damit ich eventuellen Hindernissen ausweichen kann. Das hat bisher so gut funktioniert, dass ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht habe, wenn nicht immer mal wieder „Schuhträger“ mich darauf hinweisen würden 😉

Bisher ist es nur einmal geschehen, dass ich mich ernsthaft verletzt habe. Ich war an diesem Tag emotional ziemlich „durch den Wind“, lief nicht achtsam genug und wollte unbedingt über ein abgeerntetes Rapsfeld … dies sollte man lieber sein lassen! Doch es lehrte mich, genauer hin zu fühlen und noch langsamer unterwegs zu sein (im Sinne von: nicht herum hetzten, mit den Gedanken woanders sein, abwesend sein…).

Nach dem langen Winter in „normalen“ Schuhen sehnte ich das Frühjahr herbei. Nun ist es endlich wieder soweit! Die ersten Barfußversuche startete ich Ende Februar, noch etwas unsicher, dann Anfang März gleich mit fast „Kälteschock“ 😉 … doch der Ostseestrand lockte zu sehr. Bei 6° Außentemperatur und 3° Wassertemperatur hielt ich es nur kurz aus. Doch es war himmlisch! Endlich wieder Füße frei 🙂
Die ersten Gänge über das erwachende Gras habe ich hinter mir, auf Asphalt sowieso. … Es wird immer mal gewechselt, Schuhe an, dann wieder Schuhe aus und barfuß weiter … je nach Empfinden und Gefühl.

Wozu benutze ich eigentlich Barfußschuhe? Wenn du einmal Barfußschuhe getragen hast, spürst du den Unterschied. In ihnen fühlst du ebenso die Unebenheiten das Bodens, kannst ganz anders gehen, ja dein Gehen passt sich dem ehemals natürlichen Gang von uns Menschen an. Mit Barfußschuhen fühlst du die Erde, denn meist ist nur eine sehr dünne Sohle zwischen Erde und Fußsohle. Da es ein anderes Gehen ist, kann auch Muskelkater in den Beinen auftreten. Dieser verschwindet, wenn man länger barfuß oder mit Barfußschuhen läuft. Für mich sind Barfußschuhe wichtig. Sie schützen meine Füße vor Kälte, vor Schmutz und ich trage sie dann, wenn ich nicht ganz so achtsam und frei unterwegs sein kann … und manchmal auch, wenn mein Körper meint, etwas wärmer ist heute mal besser 😉

23.1.21

Auch jetzt ist Winter. Ich warte ebenso sehnsüchtig, endlich wieder in Barfußschuhen und später ganz barfuß gehen zu können 😉
Und so freue ich mich gerade auf ein neues Jahr im bewussten Sein, barfuß und frei 🙂