Licht in allen Welten

Inhalt

Vorwort
Der Blick in den Spiegel
Es ist an der Zeit
Vorbereitungen
Der Vorhang öffnet sich
Es gibt ihn, den göttlichen Plan
Im Elfenwald
Der Traum
Eindringliche Worte
Das Licht strahlt durch
Gegensätze vereinen
Frieden

Dieses Buch kannst du hier kostenfrei lesen 🙂 … Ich wünsche dir viel Freude damit ❤


Vorwort

Sophie und die Elfenwesen erinnern sich was einst gesagt wurde: „Es wird eine Zeit geben, in der Menschen sehen werden und sich Welten verbinden.“
Und so beobachtet man im Elfenland gerade alles, was auf der Erde geschieht. Die Elfen sehen und spüren, welch große Veränderung für die Menschheit, für das Elfenvolk und für alle anderen Welten ansteht. Doch sie wissen um den Plan und erinnern sich, dass mehr möglich ist als es von Außen erscheint.
Diese Erinnerungen (Geschichten und Begebenheiten) helfen ihnen, zu vertrauen und hilfreich da zu sein.

„Licht in allen Welten“ möchte Verbindungen schaffen, alle Wesen vereinen, daran erinnern, dass es mehr gibt, als wir sehen und dass dieser göttliche Plan für uns alle gilt. Machen wir uns bereit für den großen Wandel und den Weg zum Frieden, wir alle! Nur so entsteht:

Licht in allen Welten!


Der Blick in den Spiegel

Stille. Am Waldrand ist nur ein leises Säuseln der Blätter zu hören. Ansonsten Stille. Auch unter der Eiche ist es still und leer. Keine Tiere, keine Wesen, die sonst manchmal hier Zuflucht suchen oder sich hier treffen. Sie alle sind gerade woanders – am Platz der Hoffnung. An diesem Ort ist im Moment jeder, der in diesem Wald wohnt, lebt und schwingt. Denn alle wollen wissen, was hier vor sich geht. Am Platz der Hoffnung stehen drei große Rotbuchen beieinander. So entsteht zwischen ihnen ein Raum, der magische Kräfte ausstrahlt. Hier kommen gerade all die Neuigkeiten aus der Menschenwelt an. Diesen Raum kannst du dir so vorstellen wie einen großen Spiegel, nur nicht flach, sondern gewölbt, so dass man von allen Seiten hineinschauen kann. Und so geschieht es. Die Tiere, Wesen und sonstigen Waldbewohner schauen in den Spiegel und sehen zu, wie die Menschenwelt im großen Durcheinander zu versinken droht. Das macht sie unruhig. Denn irgendwie sind sie ja mit dieser Welt auch verbunden.
Eine der Elfen, Sophie, tritt in den Kreis und ergreift das Wort: „Ihr Lieben, ihr seht, was sich auf der Erde gerade abspielt. Ihr fühlt, welch großes Durcheinander sich hier zeigt. Doch fühlt tiefer, ich bitte euch. Da ist mehr, als man euch zeigt, viel mehr. Schaut genau hin, fühlt noch tiefer … Ich erinnere euch daran, dass dieses Szenario von uns allen mitgetragen wird. Auch wir haben auf anderen Ebenen zugestimmt und sehnten so sehr den Frieden herbei. Und ja, hier ist er … also noch nicht ganz, doch fast. Ihr seht, wie Menschen sich die Augen reiben und plötzlich klar sehen. Ihr seht, wie Menschen sich vereinen und umarmen, obwohl man es ihnen verbietet. Ihr seht, dass sich da was bewegt. Oder?“ Erwartungsvoll schaut sie in die Runde. Zögernd nicken die Ersten. Sie schaut weiter. Manche scheinen noch unsicher zu sein, doch Sophies Rede hat sie aufgerüttelt. Der Gnom Freddy ruft von hinten: „Aber was, wenn sie das nicht schaffen? Was, wenn wir alle untergehen?“ Sophie nickt ihm zu: „Das wird nicht geschehen!“ „Woher willst du das wissen?“ fragt Freddy laut. Sophie antwortet: „Ich fühle es im Herzen und ich erinnere mich an den Plan.“
Doch Freddy lässt nicht locker: „Welchen Plan?“ „Den Plan, dem wir alle zugestimmt haben, dass es eine Zeit geben wird, wo wir mutig sein müssen, weil sich im Außen so viel zuspitzt und das Außen sich nicht so zeigt, wie wir es kennen und wie es der großen Wahrheit entspricht.“ sagt Sophie. Freddy schaut noch immer etwas zweifelnd um sich, nickt dann aber zögernd.

Sophie ergreift noch einmal das Wort: „Ihr Lieben, ihr habt gesehen, was gerade ist. Ich möchte euch bitten, alle euer Licht zu entzünden, euer Herzen zu weiten und Liebe zu senden. So oft ihr könnt und so oft ihr den Impuls verspürt. Es braucht jetzt alle Welten vereint!“ Die Anderen nicken und gehen zögernd auseinander.
Sophie steht noch sinnierend eine Weile da, bis auch sie sich vom Platz der Hoffnung entfernt. Eine ihrer Freundinnen schließt sich ihr an – Elisa. Elisa fragt: „Sag, Sophie, glaubst du wirklich, dass sie es schaffen?“ Sophie nickt: „Ja, ich glaube daran. Auch weil wir alle da sind und ihnen helfen werden.“ Elisa nickt, hakt sich bei Sophie unter und gemeinsam schlendern sie zum Buchenhain, hoch oben auf dem Sonnenberg.


Es ist Zeit

Dort oben auf dem Sonnenberg steht ein kleines verfallenes Häuschen. Hinter dem Häuschen ist ganz viel weiches Moos und eine alte Wurzel. Diese Wurzel hat einen Eingang ins Erdreich und eine glatte Fläche, wo einst der Baum stand. Hier wohnt Sophie. Sie hat sich ihr Zuhause unter der Wurzel eingerichtet, so dass sie draußen sein kann und das weiche Moos genießen oder drinnen neben der Tür zum Erdreich. Weiches, warmes Elfenlicht erhellt ihr Zuhause und empfängt sie gerade. Sophie schaut grübelnd um sich, spürt sie doch, dass die anderen Wesen, allen voran Freddy, der noch recht jung und etwas unerfahren ist, noch etwas verunsichert sind. Sie überlegt gerade, wie sie sie dabei unterstützen kann, vertrauensvoll im Jetzt zu sein, als es einen leichten Windhauch gibt und das Eichhörnchen Flori bei ihr auftaucht. „Hallo Sophie!“ begrüßt Flori sie. „Hallo Flori, was führt dich zu mir?“ „Weißt du Sophie, ich habe so ein Kribbeln in mir, es ist, als ob ich etwas Bestimmtes tun soll und das schnell, doch ich weiß nicht, worauf sich das gerade bezieht.“ Sophie fühlt sich ein und meint: „Ich ahne, worum es geht. Flori, ich brauche deine Hilfe.“ „Wobei?“ fragt es. „Komm mit!“ Sophie ergreift Floris Pfote und los geht`s. Wie der Wirbelwind sind beide unterwegs, hinunter zum großen Bach am Wildweiher. Dort leben die Reiher, die Enten, die Libellen, all die Fische, Frösche, Schlangen und viele Wasserelfen. Sophie und Flori landen sanft am Ufer des Weihers. Sophie schaut sich um und bewegt schwingend ihren Arm. Es ist, als ob sich das Wasser teilt und eine neue Welt sichtbar werden lässt. Ein schillerndes Wesen nach dem anderen entsteigen dem Funkellicht und schweben nach oben, im Kreis herum, um dann bei Sophie und Flori zu landen. „Hallo.“ singen sie im Chor. Es klingt wie zartes Glockengeläut. „Danke, dass ihr da seid!“ Sophie verneigt sich und senkt dankend ihren Kopf. Dann schaut sie in die Runde und sagt: „Ihr Lieben, ihr habt erfahren, was sich gerade in der Welt abspielt. Flori und ich sind gekommen, weil es Zeit ist, helfend einzugreifen. Es wird nämlich nicht zum guten Ende führen, wenn weiter jeder allein herumwurschtelt. Erst wenn wir alle gemeinsam stehen, uns trotz unserer Verschiedenartigkeit miteinander für ein Ziel einsetzen, erst dann wird sich alles zum Guten wenden. Deshalb brauche ich jetzt jeden von euch! Alle Welten müssen mithelfen, alle!“ Sophie schaut prüfend in die Runde. Alle nicken ihr zu. „Nun, dann lasst uns beginnen!“ Sophie beginnt, die Aufgaben zu verteilen bzw. bespricht mit all den Wesen, wie man am besten vorgeht. Dieses Treffen am Weiher dauert seine Zeit. Auch Flori wird mit einbezogen. Er soll die Botschaft an alle Waldtiere weiter tragen, diese Botschaft, die da lautet: „Es ist Zeit!“


Vorbereitungen

In Windeseile treffen die Nachrichten in allen Welten ein. Die Tiere bereiten sich vor, wollen von Flori genaueres wissen. Die Elfen schwirren um Sophie herum. Die Zwerge und Gnome treffen sich bei Freddy und die lichten Welten machen ebenso mobil. Es ist ein Singen und Flirren zu hören und wahrzunehmen. Es ist, als ob der ganze Wald „brennt“, aufgeladen ist und vor lauter Aufregung und spannungsgeladener Schwingung alles noch intensiver erscheint. Nach einer Weile beruhigt sich das Ganze. Frieden zieht ein. Die Wesen aller Welten wissen um ihre Aufgaben und richten sich miteinander darauf ein, was jetzt zu tun ist. Bevor es losgeht, treffen sich alle zum großen Lichtkreis. Hier formen sie eine leuchtende, riesig erscheinende Lichtkugel, die sich zunehmend über alle Welten ausdehnt. Und noch weiter reicht dieses Licht, es strahlt überall hin. So sind alle Wesen eingeschlossen und werden gemeinsam im Licht angehoben. Nun sind sie bereit für den nächsten Schritt.


Der Vorhang öffnet sich

In dieser hohen Lichtschwingung können sie sehen. Es ist, als ob sich ihnen ein Vorhang öffnet und sie das Geschehen bei den Menschenwesen beobachten und mitverfolgen können. Aufmerksam schauen sie, was gerade dort passiert. Noch ist der Moment nicht gegeben, unterstützend da zu sein. Eingreifen dürfen sie nicht, das gebieten die göttlichen Gesetze. Doch unterstützen dürfen sie, vor allem dann, wenn sie gerufen werden. Also stehen bzw. schweben alle auf Warteposition und schauen weiter dem Geschehen zu.
Doch da, plötzlich kommt Bewegung in die Szenerie. Die Masken fallen. Erste Menschenführer stellen sich, treten zurück. Andere Menschen gehen geschlossen dorthin, wo Entscheidungen gefällt werden sollen. Laut und bestimmt weisen sie darauf hin, was ihr Menschheitsrecht ist und dass sie nur eins wollen – Frieden. Und sie sind hier, um ihr Freiheitsrecht zurückzunehmen, um eine neue Menschengemeinschaft zu gründen. Das Fundament beginnt zu wackeln. Wie bei einem Erdbeben, die ersten Steine fallen, dann die nächsten, dann tritt eine Lawine los. Manche meinen, fliehen zu können, andere wollen sich am liebsten unsichtbar machen. Doch all das funktioniert nicht. Der Vorhang hat sich geöffnet und bringt alle Dinge ans Licht. Nun muss geschaut werden, wessen Wahrheiten hier vertreten wurden und was diese sogenannten Wahrheiten verschleiert haben. Die Menschenwesen haben jetzt erst einmal zu tun. Denn dadurch, dass der Vorhang sich geöffnet hat, kann jetzt jeder sehen, was ist. Jeder ist aufgerufen und aufgefordert, dazu Stellung zu beziehen und gemeinsam mit allen sich neu auszurichten. Die Wesen der Lichtwelten schauen sich nickend und wissend an, schicken noch einmal eine große Portion Licht in die Situation und ziehen sich vorerst zurück.
Es scheint tatsächlich, dass es eine neue Erde geben wird.“ sinniert Elisa vor sich hin. „Hast du daran gezweifelt?“ fragt Sophie ihre Freundin. „Na ja, manchmal war es schon echt kritisch, meinst du nicht?“ „Schon, doch es gibt ihn, diesen göttlichen Plan. Und dieser sieht nicht vor, dass die alte Erde weiter besteht.“ Nickend schaut Elisa Sophie an. Kurz vor ihrem Zuhause verabschieden sie sich voneinander. Es ist Zeit, still zu werden, sich neu auszurichten und zu fühlen, was jetzt sein möchte.


Es gibt ihn, den göttlichen Plan

Auch wenn Elisa sich mit den göttlichen Gesetzen auskennt, so will sie doch noch einmal einen Blick in das goldene Buch werfen. Hier, im goldenen Buch, ist alles vermerkt, was im Universum geschieht. Und tatsächlich, sie findet das Kapitel mit dem göttlichen Plan und vertieft sich darin. Dort steht nicht etwa festgeschrieben, wie alles ablaufen wird, sondern dass es Richtlinien und Gesetzmäßigkeiten gibt, die universell gelten. Daran haben sich alle zu halten und nach diesen geschieht, was geschehen soll und was einst von allen verabredet wurde. So weit, so gut. „Nur wie genau läuft das alles ab?“ denkt sich Elisa und macht sich auf den Weg zur hohlen Eiche. Dort wohnt die weiseste aller Elfen hier im Elfenwald. Diese weise Elfe wohnt dort schon lange Zeit und hat immer eine Antwort auf die Fragen aller Elfenkinder und Elfenwesen. Elisa schwebt in den hohlen Baum hinein und sieht Ambrosia, die weise Elfe, schon lächeln. „Na, liebe Elisa, was hast du auf dem Herzen?“ fragt Ambrosia. „Kennst du dich mit dem göttlichen Plan aus?“ fragt Elisa. Ambrosia wiegt ihren Elfenkopf hin und her, so dass durch diese Bewegung Lichtfäden zu schwingen beginnen. „Ja. Und ich ahne auch schon, worauf du hinauswillst. Ich sage dir gleich, niemand kennt den göttlichen Plan genau. Denn es sind unendlich viele Faktoren, die da mit hineinspielen. Doch … sagen wir mal, eine Art Skelett bildet den Rahmen und gibt die Richtung vor. So geschehen die Dinge, auch die, die gerade jetzt bei den Menschenwesen geschehen. Die Richtung heißt, es ist festgelegt, wohin die Reise für alle führt und dass es einen bestimmten Zeitpunkt gibt, an dem sich Richtungen ändern. Es ist auch festgelegt, wann bestimmte Wachstumsebenen abgeschlossen sind und alle eine neue Ebene betreten. So wie das jetzt der Fall ist. Dass dies gerade laut und in diesem Durcheinander geschieht, hat alles einen Grund. Du kannst also beruhigt sein, der göttliche Plan läuft und laut der göttlichen Gesetze geschieht, was vorgeschrieben ist. Und im Vertrauen: das Licht siegt auf allen Ebenen!“ lächelnd schließt Ambrosia ihre Ausführungen und streicht Elisa über`s Haar. Lichtfäden hüllen sie beide ein und eine Liebe, die zart und umfangend schwingt. Elisa bedankt sich und schwebt gemächlich zurück.


Im Elfenwald

Im Elfenwald sind derweil viele Elfen zusammengekommen, um miteinander einen Lichtreigen zu feiern. Dies ist hier eine lange Tradition, die den Elfen heilig ist. Sophie, Elisa und die Anderen schwingen sich singend ein, fassen sich an den Händen, lassen ihr Licht leuchten und sich vereinen. Auf der Wiese, wo all dies stattfindet, entsteht ein großes, funkelndes Lichtfeld. Hin und her schwingend, alle Elfen vereinend, sie umarmend, stärkend und nähernd fließt dieses Licht. Einige der anderen Welten schauen zu. Flori, das Eichhörnchen, Hans, der Hirsch, Max, der Dachs und einige andere schauen aus der Ferne zu und lassen sich ebenso berühren. Die Elfen beginnen nun ihren allabendlichen Tanz. Sie schwingen sich auf, schweben durch die Lüfte, tanzen miteinander und allein, froh und freudig, in Leichtigkeit. Dieser Tanz dauert bis zum Mondaufgang. Dann kommen alle langsam wieder herunter auf die Wiese und leuchten im schillernden Licht nacheinander den Weg aus, zurück zu ihren Behausungen.
Hier im Elfenwald wohnen all die zarten Blumenelfen, die etwas größeren Waldelfen, die Sommerelfen und die Baumelfen. Sie alle haben einen Lebensraum, der sich durch Waldgebiete und entlang der vielen Wiesen zieht. Hier ist es ruhig, oft noch mystisch und kaum von den Stimmen der Menschenwesen durchdrungen.

Es ist Nacht im Elfenwald. Die Nachttiere sind unterwegs. Die meisten Elfen aber schlafen in ihren Elfennestern, so wie Sophie unter der Wurzel. Nur Elisa ist noch wach. Sie schaut aus ihrem Nest heraus, schaut hoch zu den Sternen. „Ob die vielen Sterne dort oben auch so lichtvoll schwingen? Wie weit die wohl weg sind?“ sinniert sie. Da, plötzlich hat sie das Gefühl, dass einer der Sterne sie anblinkt. Und sie hört in sich eine Stimme: „Natürlich sind wir ebenso lichtvoll. Du weißt doch, es gibt viele Welten. Und alle diese Welten halten jetzt zusammen. Alle strahlen ihr Licht aus, damit Frieden wird.“ Demütig schaut Elisa zu dem Blinkerstern. Sie nickt ihm zu und haucht ein „Danke!“ nach oben. Denn eben wurde ihr noch einmal gezeigt, wie sehr alle Welten miteinander verbunden sind und dass es keinerlei Trennung gibt. Getröstet und jetzt doch auch müde, kuschelt sie sich in ihr Elfennest.


Erinnerungen

Morgens, die Sonne steigt hinter dem Wald hervor und schickt schon erste Strahlen auf die große Wiese. Tautropfen haben sich hier versammelt und erinnern Sophie, die gerade aus ihrem Nest gekrochen kommt, an eine Begebenheit vor einiger Zeit. Sie war dabei, als zwei Menschenkinder hier im Wald unterwegs waren. Noch einmal sieht sie die Bilder vor ihrem inneren Auge wie eine Geschichte, die sie erinnern will:

Tautropfen im Haar

Hörst du, wie das Lied der Bäume erklingt? Ihr sanftes Rauschen zaubert Melodien hervor und lässt die Luft ringsum vibrieren. Der Wind spielt mit ihnen das Lied des Tages, alles ringsum verharrt in erwartungsvoller Stille. Noch ist es kühl hier oben auf dem Kamm des Berges. Die Sonne ist gerade hinter dem Gipfel emporgestiegen und taucht jetzt alles in ihr weißes Licht. Zwischen den Bäumen fangen sich ihre Lichtstrahlen und reflektieren sich funkelnd im Tau der vergangenen Nacht.
Langsam erwacht der Tag und mit ihm seine Bewohner. Ringsherum beginnt es zu knistern und rascheln, überall ist ein Aufatmen zu vernehmen. Die Wesen des Waldes heißen die sanfte Wärme der Sonne willkommen und nehmen diese dankbar in sich auf. Zart schimmernde Elfen und Feen schweben zwischen den Bäumen entlang. Lustige Gnome und Zwerge schauen aus ihren Häusern. Die Luft scheint an Freude und Leichtigkeit zuzunehmen. Überall ist ein Lachen und lustig Sein zu spüren, ein friedvolles Miteinander zwischen all den Wesen hier im Wald.
Doch plötzlich fühlen sich alle ein wenig gestört, dringt doch ein ungewohntes Geräusch zu ihnen und signalisiert Vorsicht. Es nähern sich Menschenwesen mit ihren Schritten, die auf dem weichen Waldboden widerhallen. Alle Naturwesen ziehen sich zurück und beobachten das Geschehen. Sie sehen, wie sich zwei Kinder nähern, ein Junge und ein Mädchen. Lachend sind sie auf dem Weg unterwegs und schauen mal hierhin, mal dorthin. Plötzlich bleibt das Mädchen stehen. Intensiv schaut sie in Richtung einer kleinen Lichtung. Der Junge fragt sie, was sie gesehen hat. Aber sie kann es ihm nicht sagen, sie weiß nur, dass da eine Bewegung war, die ihren Blick auf sich gezogen hat. Der Junge will weiter, doch ihr lässt das keine Ruhe, sie setzt sich auf einen kleinen moosbewachsenen Hügel, stützt ihren Kopf mit den Händen ab und schaut weiter auf diese Stelle.
Nach einer Weile merkt sie, dass sie allein ist, der Junge hat seinen Weg schon fortgesetzt. Gerade will sie sich erheben, als sie wieder diese Bewegung wahrnimmt. Sie scheint näher zu kommen, so nah, dass sie ein zartes Wesen erkennen kann. Fast durchsichtig scheint ihr das Gewand, welches das Wesen ziert, es funkelt und schwebt. Es nähert sich immer weiter, bis sie beide nur noch ein Hauch trennt. Das Mädchen vermeidet es, sich zu bewegen, es will, dass das Wesen bei ihr bleibt. Denn sie fühlt sich so eingehüllt, so wunderbar leicht.
Das Wesen, eine kleine Elfe, berührt sie ganz sacht und streicht ihr übers Haar. Dabei verteilt sie ganz viele schimmernde Tautropfen im Haar des Mädchens. Sie strahlt jetzt mit der Elfe um die Wette und als diese sie an die Hand nimmt und zu einem kleinen Bach führt, erkennt sie sich fast nicht wieder. So wunderschön, so strahlend steht sie im Morgenlicht der Sonne, mit funkelnden Tropfen im Haar und wie eingehüllt in goldenes Licht. Sie sieht selbst fast aus wie eine Elfe. Völlig verzaubert dreht sie sich immer wieder um ihre eigene Achse, lacht und tanzt mit der Elfe an ihrer Hand. Bis sie plötzlich die Stimme des Jungen vernimmt. Beinahe wäre der Zauber des Augenblicks vergangen, doch sie nimmt noch einmal beide Hände der Elfe und schaut ihr tief in die Augen. Sie verabschieden sich voneinander und das Mädchen eilt zurück auf den Weg. Erstaunt sieht ihr der Junge entgegen, denn auch er nimmt ihr Strahlen wahr und sieht das Funkeln in ihrem Haar. Ihr dagegen scheint es, als käme sie aus einer anderen Welt. Einer Welt, die voller Zauber, voller Frieden, Freude und Liebe ist, einer Welt, die ihr gezeigt hat, was man alles sehen und erleben kann, wenn man seine Augen für das Besondere und vermeintlich Unmögliche öffnet.
Fortan besucht sie regelmäßig ihre Freundin, die Elfe, und erlebt mit ihr viele wunderschöne Stunden. Immer weiter erstrahlt sie in ihrem Licht und immer öfter trägt sie dieses Licht in ihre andere Welt – das Mädchen mit den Tautropfen im Haar.

Sie war diese Elfe, sie – Sophie. Da wird ihr klar, warum sie diese Begebenheit gerade jetzt vor sich sieht. Sie erkennt, dass sich die Welten immer mehr vereinen und die Menschenwesen näherkommen, diese werden hellfühliger und hellsichtiger. Sie nehmen zunehmend die anderen Welten wahr und können so miteinander kommunizieren. Das berührt gerade Sophies Elfenherz und gibt ihr noch einmal einen Schub Liebe.


Ein Traum

Sophie sitzt noch vor ihrem Elfennest und träumt weiter vor sich hin. Noch eine Begebenheit kommt ihr ins Gedächtnis. Einst lebte hier in der Nähe ein Gnom namens Wuschel, der etwas ähnliches mit einem Menschenwesen erlebt hat. Diese Geschichte machte immer wieder die Runde im Elfenwald, auch in den Engelwelten erzählte man sich, dass die Menschen wirklich dabei sind aufzuwachen. Und so geht die Geschichte:

Ein Gnom am Wiesenrand

Dort, wo der Weg beginnt, wo er sich mit der Wiese vereint, wohnt ein kleiner Gnom. Er kann von hier in alle Richtungen schauen und wenn er sich an den kleinen Grashügel lehnt, hat er den besten Ausblick weit und breit. Das ist oftmals auch seine Lieblingsbeschäftigung, dort kann er stundenlang sitzen, schauen und sich mit all jenen unterhalten, die an diesem Platz vorbeikommen.
Er hat hier schon so einiges erlebt und beobachten können, hat mit den Hasen gesprochen, die allerdings oftmals sehr eilig an ihm vorbeihoppeln. Manchmal spürt er dann nur einen Windhauch, so schnell flitzen sie davon, immer mehr auf der Flucht vor Hunden oder dem Fuchs. Doch morgens, in der Dämmerung, kommt es schon ab und zu einmal vor, dass ein Hase etwas langsamer daherkommt, hier und da eine Pause einlegt und so auch ein Gespräch mit dem Gnom möglich ist. Darüber freut er sich immer sehr, bringt es doch etwas Abwechslung in seinen Tag und er liebt es, über alles Mögliche zu philosophieren.
Doch heute hat sich noch kein Hase blicken lassen und der Gnom ist etwas verstimmt. Ihm ist langweilig. Die raschelnden Mäuse, die neben ihm wohnen, haben keine Zeit, sich mit ihm zu unterhalten. So bleibt ihm im Moment nur, in den Himmel zu schauen und den Wolken hinterher zu sehen. Er träumt sich mit ihnen fort, fliegt weit nach oben und bereist ferne Gegenden. So gern wäre er einmal woanders, würde die Erde in all ihrer Vielfalt sehen wollen oder auch wie ein Vogel aus der Luft alles überblicken. Missmutig reißt er sich von seinen Träumereien los und brabbelt vor sich hin. Man kann ihn murmeln hören und Satzfetzen wie „das geht doch sowieso nicht“ und „was du dir da alles zusammenreimst“ vernehmen. Vor lauter Frust beginnt er, sein Heim zu säubern und alles zu entfernen, was er nicht mehr benötigt. Und merkt dabei gar nicht, dass er schon seit einer Weile beobachtet wird.
Gar nicht weit von ihm entfernt hat sich ein Mädchen niedergelassen und schaut ihm amüsiert zu. Schmunzelnd und fast loslachend sitzt sie da und plötzlich prustet sie laut los. Erschrocken hält der Gnom inne und schaut sich um. Er sieht das Mädchen, das da im Gras sitzt und sich vor Lachen ihren Bauch hält. Seine Stirn runzelnd fragt er: „Warum lachst du? Etwa über mich? Und wieso kannst du mich sehen? Kannst du mich wirklich sehen?“ Erschöpft hält er inne.
Das Mädchen nickt und sagt: „Ja, ich sehe dich, ganz deutlich und ich musste einfach lachen, weil du so lustig ausschaust in deinem Groll. Doch sei mir bitte nicht böse, ich wollte dich keinesfalls auslachen. Ach übrigens, ich bin Maja.“ Der Gnom schaute sie mit großen Augen und offenem Mund an. „Und du siehst mich tatsächlich?“ Er schüttelt wiederholt seinen Wuschelkopf, besinnt sich dann und stellt sich ebenfalls vor: „Ich bin Wuschel.“ „Na, das passt ja.“ meint Maja und lächelt ihn an. Dann rückt sie etwas näher an ihn heran und fragt: „Warum hast du eigentlich so herum geschimpft?“
Wuschel erzählt ihr von seinen Träumen, schaut aber immer wieder vorsichtig in ihr Gesicht, ob sie ihn auch ja nicht auslacht. Doch Maja bleibt ganz ernst und meint zu ihm, dass sie ihn gut verstehen kann. Sie erzählt ihm auch, dass es für sie ebenfalls nicht leicht ist, weil sie viele Dinge sieht, die die Erwachsenen nicht wahrnehmen können und somit dann als Einbildungen abtun. Doch Maja weiß genau, was sie sieht und fühlt und dass all das wahr ist. So wie jetzt hier dieses Gespräch mit dem Gnom Wuschel.
Plötzlich erhellt sich Majas Gesicht und sie sagt zu Wuschel: „Ich weiß, wer dir helfen kann.“ Dreht sich um und ruft ganz laut: „Hallo, ihr lieben Engel, kommt bitte zu mir, ich brauche eure Hilfe!“. Wuschel schaut erstaunt zu, was sich da plötzlich tut. Eine Engelschar in wunderschönem goldenen Licht schwebt zu ihm hernieder. Er fühlt sich plötzlich ganz in dieses Licht eingehüllt und von ihm umfangen. Die Engel nehmen ihn in ihre Mitte und als er seine Sprache wiedergefunden hatte, spricht er seinen Wunsch aus.
Maja, die Engel und Wuschel heben sogleich ab und schweben ganz sacht in den Himmel hinein. Wuschel fühlt sich so leicht, er spürt ein wunderschönes Glücksgefühl in sich und tiefen Frieden. Und was es hier alles zu sehen gab. Die grünen Wälder, tiefblaue Seen, weite Meere, große Wüsten, hohe Berge. Staunend betrachtet er die Erde von oben und genießt diese Reise so richtig. Nach einiger Zeit setzen die Engel ihn und Maja wieder auf der Erde ab, er setzt sich vor seinen Grashügel und schien noch ganz bei der Reise zu sein. Auch Maja lässt alles in sich nachklingen, lächelt still vor sich hin und spürt noch diese schönen Engelenergien.
Wuschel schaut sie an und bedankt sich ganz herzlich bei ihr. Er fragt, ob sie ihn denn ab und zu wieder einmal besuchen würde. Maja nickt, geht zu ihm und legt sacht eine Hand auf seinen Kopf. Sie konnte ihn tatsächlich spüren und beide waren von diesem Moment tief ergriffen. Maja verspricht, sich bald wieder sehen zu lassen und dann mit ihm wieder viele Gespräche zu führen oder auch eine Reise mit den Engeln zu unternehmen. Dann war es Zeit für sie, nach Hause zu gehen.

Wuschel sitzt an diesem Abend noch lange an seinem Hügel, schaut versonnen in den Himmel, der mittlerweile mit vielen Sternen übersät war und träumt von seiner Reise. Vielleicht konnte er ja auch einmal die Sterne besuchen? Über diesen Gedanken schläft er ein und glitt im Schlaf weiter in den nächsten Traum, einen Traum, den nur ein Gnom träumen kann…

Sophies Welt spielt sich gerade sehr im Innen ab. Doch jetzt möchte sie endlich diesen Tag begrüßen und vielleicht auch noch einmal den anderen davon erzählen, was sie gerade in sich gesehen hatte. Es kann hilfreich sein, wenn wir uns alle erinnern, sinniert sie und schwebt gemächlich in den Morgenhimmel. Denn das, was Wuschel da erfuhr, muss kein Traum bleiben. Auch was die Menschenwesen sich gerade ersehnen, soll kein Traum bleiben. Deshalb beschleunigt Sophie etwas, um schneller bei den anderen zu sein.


Eindringliche Worte

Ihr Treffpunkt ist auch heute der Platz der Hoffnung, hierher kommen sie immer, wenn etwas Wichtiges ansteht oder wenn sich Jemand stärken und mit dem Licht verbinden möchte. Einige der Elfen schweben schon herum, unterhalten sich oder tanzen in der Morgensonne. Dies sieht wunderschön aus, wenn sie so dahin schweben, funkelnd und in ihren durchsichtigen Kleidern, das Licht einfangend und im Licht tanzend. Freude durchdringt alle Elfenherzen und sendet einen Lichtstrahl hinaus und hinab zur Erde. Sie spüren alle, dass dies einer der Hilfsmomente sein kann, Licht zu senden, Freude zu schicken und zur Leichtigkeit einzuladen. Als Sophie dann die beiden Geschichten erzählt, muss so manche Elfe schmunzeln, erinnern sich doch noch an diese Begebenheit und wie diese sie damals noch etwas verunsichert hat. Doch aus heutiger Sicht sind sie froh, dies erfahren zu haben und so immer mehr Vertrauen zu fassen, dass die Welten wirklich miteinander sein können.
Nachdem Sophie geendet hat, schwingt sich Ambrosia auf und spricht eindringliche Worte zur Elfenschar. Sie weißt sie darauf hin, dass es jetzt sehr darauf ankommt, dass sich alle Elfen miteinander immer wieder auf die lichten Dinge ausrichten und so oft es geht, dieses Licht auf die Erde senden. Auch die Freudeschwingung soll dabei sein und die der Leichtigkeit. Gleichzeitig müssten sie die Friedensbotschaft weitertragen, die anderen Welten ebenfalls motivieren und alle gemeinsam das Feld stärken. Sie dankt der Elfenschar und verabschiedet sich, lächelnd und mit all ihrer Weisheit auch wissend.
Die Elfenschar macht sich auf den Weg, um ihren Aufgaben nachzukommen und alle Welten zu informieren, zu erinnern und zu vereinen.


Das Licht strahlt durch

Der Weg ist nun frei. Das Licht kann ungehindert strahlen. Und doch beginnt jetzt erst die gesamte Neuordnung. Erst jetzt, nachdem die ersten Dinge sichtbar wurden und immer mehr an die Oberfläche und ins Bewusstsein der Menschenseelen kommt, kann die Veränderung in Gang kommen. Von Außen betrachtet sieht das Chaos fast unüberwindbar aus. Doch es sieht nur so aus. Sophie und die Anderen sitzen wieder vor dem großen Spiegel und schauen hinein ins Menschenland. Was sie sehen, lässt sie auch schmunzeln und sich freuen. Denn die Menschenseelen feiern. Sie singen, tanzen, umarmen sich und feiern ihre Freiheit. Sie wissen, dass sie in diesen Zeiten etwas sehr Bedeutsames erfahren – den Weg durch eine große Veränderung, durch diesen immensen Wandel. Das Licht scheint immer mehr durch. Es durchdringt jetzt noch mehr alle Felder, alle Zellen und alle Wesen. So kann geschehen, was nun geschehen will – eine Neuordnung der Welt, eine Neuordnung aber auch in den Menschenseelen selbst. Die Elfen im Elfenland schauen berührt zu und wissen, auch sie haben einen Anteil daran, dass jetzt das Licht auf dem Vormarsch ist. Denn sie waren immer wieder gemeinsam dabei und haben ihr Licht zu den Menschenseelen gelenkt. Und so waren und sind die Welten zunehmend miteinander verbunden. So waren und sind die Welten eins, wie einst vor langen Zeiten.


Gegensätze vereinen

Nun geht es weiter darum, das Miteinander zu üben und die vielen Gegensätze zu einen. Auch dazu kennt Sophie eine Geschichte, die sie immer wieder tief berührt, wenn sie an sie denkt. Und so möchte sie diese jetzt noch einmal mit ihren Elfenfreunden teilen:

Die Mondfee und der Sonnenengel

Die Nacht lässt alles in ihrer Dunkelheit verschwinden. Der Wald steht als dunkle Wand hinter dem Hügel. Der See plätschert geheimnisvoll und lässt sanft kleine Wellen an das Ufer schwappen. Es ist richtig dunkel, so dass man kaum die Hand vor Augen sehen kann. Am Himmel ziehen Wolken vorüber und lassen dem Mond erst einmal keine Chance, sein Licht zu verbreiten. Am Ufer des Sees aber bewegt sich etwas. Dort steht ein hell schimmerndes Wesen und sinniert vor sich hin. Sie träumt davon, einmal die Sonne und das helle Licht zu sehen, von denen sie schon so viel gehört hat. Doch sie weiß nicht, wie sie das anstellen soll. Ihre Zeit ist die Dunkelheit, hier lebt sie, hier fühlt sie sich wohl, das ist ihr zu Hause. Und sie hat auch etwas Angst, weil sie nicht weiß, was passieren würde, wenn sie die Sonne erblickt.
Ein Geräusch schreckt sie aus ihren Gedanken auf. Sie schaut sich um, doch kann in der Dunkelheit nicht sofort erkennen, wer das Geräusch verursacht hat. Es kam aber aus dem Wasser und wie ein Wunder, jetzt verzogen sich auch die Wolken, so dass sich das silberne Mondlicht im Wasser spiegeln konnte. Und da sah sie auch, dass ein Frosch sich zum Ufer bewegte und auf sie zugesprungen kam. „Warum stehst du hier so traurig herum, kleine Mondfee?“ fragte er. „Ach, weißt du, ich denke gerade darüber nach, wie ich es anstellen könnte, auch einmal die Sonne zu sehen und ihre warmen Strahlen zu spüren.“ sagte sie. Der Frosch blickte sie an und sah, wie traurig die kleine Mondfee auf das Wasser blickte. „Hm,… tja,… ich weiß auch nicht recht,…“ er überlegte hin und her, wie er der kleinen Mondfee helfen könnte. Doch ihm fiel nichts ein.
Schau, wenn ich einfach hier sitzen bleiben und warten würde, bis die Sonne aufgeht,…“ „Ja, was passiert dann? Du weißt nicht, wie es dir damit geht. Bisher hat noch keine Mondfee die Sonne erblickt. Wenn sie nun zu hell und zu warm für dich ist?“ Der Frosch machte sich Sorgen, dass die kleine Mondfee etwas Unüberlegtes tun könnte und sich damit schaden würde. Auch wusste er nicht, ob es überhaupt möglich war, dass eine Mondfee, die bisher nur in der Dunkelheit gelebt hat, das helle Licht der Sonne vertragen würde. Da hatte er plötzlich eine Idee. Er sagte: „Hast du schon einmal vom Sonnenengel gehört?“ Die Mondfee verneinte. „Der Sonnenengel begleitet die Sonne, er wird wissen, ob es eine Möglichkeit für dich gibt, die Sonne zu sehen und ihr Licht zu atmen.“ „Au ja,“ rief die Mondfee. „Bitte frag den Sonnenengel danach. Ich werde hier solange auf dich warten, bis es wieder Nacht ist und du mir eine Antwort bringst.“ Der Frosch schmunzelte und freute sich, diese Idee gefunden zu haben. „Gut, so machen wir das. Ich muss jetzt zurück ins Wasser. Morgen Abend komme ich wieder und werde dir berichten. Bis dahin, leb wohl, kleine Mondfee.“
Der Frosch sprang zurück in den See und außer ein paar Wellen war bald nichts mehr von ihm zu sehen. Die Mondfee blieb zurück, lächelte vor sich hin und freute sich auf die nächste Nacht. Dann wanderten ihre Gedanken wieder zurück. Sie fragte sich, warum das wohl so sei, dass sie, eine Mondfee, nur in der Dunkelheit lebte und der Sonnenengel nur ihm Licht zurecht kam. War das überhaupt so? Oder ging es vielleicht doch anders und sie konnte den Sonnenengel vielleicht auch einmal kennenlernen? Sonnenengel, was für ein schönes Wort! Sie stellte sich vor, wie er, ganz golden umhüllt, mit durchscheinenden weißen Flügeln im Licht der Sonne auf und nieder tanzte. Ihr schien auf einmal so ein Leben viel schöner als ihres hier in der ewigen Dunkelheit. Doch hier unterbrach sie ihre Gedanken und erhob sich. Sie wusste, die Nacht würde bald vorbei sein und für sie war es Zeit, sich zurückzuziehen, sich zum Schlafen in ihre kuschelige Höhle zu begeben und die Zeit, bis der Mond erneut am Himmel erschien, mit schlafen zu verbringen.
Der Frosch wachte unterdessen auf, blinzelt ins erste Sonnenlicht und erinnerte sich daran, was er der Mondfee versprochen hatte. Er schaute nach oben, doch die Sonne war gerade erst aufgegangen und vom Sonnenengel noch nichts zu sehen. Da durchfuhr in ein Schreck. Er konnte ja gar nicht zum Sonnenengel gelangen, dieser war doch viel zu weit weg! Auch hatte er ihn bisher nur von weitem gesehen, seine Lichtspur verfolgt, doch bisher noch nie mit ihm gesprochen. Was sollte er tun? Er hatte es der Mondfee fest versprochen und sie wartete bestimmt ganz sehnsüchtig auf eine Antwort. Der Frosch grübelte vor sich hin und übersah völlig, dass auf seinem Weg eine Möwe stand, die er fast umhüpfte. Erschrocken sprang er zur Seite, schüttelte über sich selbst den Kopf und wollte weiter. Doch die Möwe fixierte ihn mit ihrem Blick und fragte: „Warum bist du so abwesend?“ Der Frosch überlegte, ob er sich jetzt auf ein Gespräch einlassen sollte, doch da fiel ihm gleich etwas ein. „Ich habe etwas versprochen, was ich jetzt fast nicht einhalten kann.“ sagte er. Die Möwe schaute erstaunt und der Frosch sprach weiter: „Ich überlege, wie ich mit dem Sonnenengel in Kontakt kommen könnte.“ „Was willst du denn vom Sonnenengel?“ fragte die Möwe. „Ich brauche seinen Rat und habe eine Bitte an ihn.“ sagte der Frosch. Die Möwe überlegte nicht lange. Sie bot ihm an, nach ihrem Frühstück hoch hinauf in Richtung Sonne zu fliegen und den Sonnenengel zu suchen. Sie wollte ihn bitten, mit herunter zum Teich zu kommen, dann könne er ja mit ihm reden. Der Frosch freute sich sehr, bedankte sich immer wieder und sah der Möwe hinterher. Diese drehte unterdessen ihre Runden, genehmigte sich etwas, um ihrem Magen zu füllen und fühlte sich jetzt stark genug, um hoch zur Sonne zu fliegen. Und sie hatte Glück, sie sah den Sonnenengel schon von weitem. Als sie sich ihm näherte, war sie plötzlich ganz in goldenes Licht gehüllt. Ehrfurchtsvoll schaute sie zu ihm und richtete ihm die Bitte vom Frosch aus. Der Sonnenengel lächelte, nahm die Möwe bei ihrem Flügel und gemeinsam schwebten sie hinunter zum See. Ganz verzaubert ließ sie das alles mit sich geschehen. Unten angekommen verabschiedete sie sich und spürte noch eine Weile diesen wunderschönen Energien nach.
Der Frosch hatte die Ankunft der Beiden beobachtet und saß mit staunendem Blick am Ufer. Er war so fasziniert von der Energie und dem Licht des Sonnenengels, dass er vorerst kein Wort heraus brachte. Dann schüttelte er sich einmal kurz und fand seine Sprache wieder. Er erzählte dem Sonnenengel von der kleinen Mondfee und dass sie sich sehnlichst wünscht, auch einmal die Sonne zu sehen. Der Sonnenengel lächelte still vor sich hin und lauschte den Worten. Dann nahm er den Frosch in den Arm und hüllte ihn mit seinem Licht ein. Er freute sich sehr, denn auch er hatte schon von der Mondfee gehört und in ihm entstand derselbe Wunsch, er wollte einmal die Nacht und das Mondlicht sehen, aber auch gleichzeitig die kleine Mondfee kennenlernen. Denn er spürte, dass da zwischen ihnen eine Verbindung besteht. Doch wusste er bisher auch nicht so recht, wie das denn am besten anzustellen sei. Nun kam ihm der Frosch gerade recht und sie konnten gemeinsam überlegen, wie denn nun Mond und Sonne, Nacht und Tag zusammen gebracht werden könnten. Darüber verging einige Zeit, doch so richtig voran kamen sie beide noch nicht. Der Sonnenengel war schon ganz traurig darüber, bis ihm einfiel, dass er ja einfach die Sonne um Hilfe bitten könnte. Also flog er nach oben ins Sonnenlicht und bat die Sonne, ihm zu helfen. Und tatsächlich, sie hatte eine Idee. Der Sonnenengel teilte diese dem Frosch mit und dieser sprang vor Freude in die Höhe. Sie verabredeten sich und nun wollte der Frosch so schnell wie möglich der kleinen Mondfee Bescheid geben. Doch etwas musste er sich noch gedulden, der Tag war noch nicht zu Ende und die Mondfee schlief noch in ihrer Höhle.
Als es dunkel wurde, wachte diese auf, rieb sich die Augen und sprang auf. Ihr fiel sofort ein, dass sie ja gleich den Frosch treffen wollte. Schnell rannte sie zum See und hätte ihn bald umgerannt, denn er saß auch schon am Ufer und wartete. „Hast du etwas erreicht?“ fragte die kleine Mondfee. „Ja.“ lachte der Frosch. „Ich habe mit dem Sonnenengel gesprochen…“ „Du hast ihn gesehen?“ unterbrach sie ihn. „Ja, und wir haben da eine Idee…“ Die Mondfee ließ ihn kaum zu Wort kommen: „Wie sieht er aus?“ fragte sie. „Wunderschön, golden, schimmernd … aber willst du nicht wissen, was wir besprochen haben ?“ „Doch, natürlich …“
Der Frosch erzählte ihr folgendes: es gibt an manchen Tagen eine Zeit, an der der Mond und die Sonne gemeinsam am Himmel stehen. In dieser Zeit wäre ein Treffen für beide möglich. Mit träumendem Blick saß die Mondfee da und lächelte… Der Frosch schaute etwas erstaunt, er hatte eigentlich eine euphorische Antwort erwartet. Doch jetzt sah es so aus, als wäre die Mondfee in ihren Gedanken tief versunken. Er schüttelte den Kopf und fragte: „Ist das jetzt in Ordnung so? Soll ich mich weiter darum kümmern und dir Bescheid sagen, wann es günstig ist?“ Die Mondfee nickte abwesend. Besann sich dann aber doch und umarmte den Frosch stürmisch. „Danke!“ hauchte sie und verfiel wieder in ihr Lächeln. Der Frosch schüttelte den Kopf, streichelte sie noch einmal kurz im Gesicht und sprang mit einem Satz ins Wasser.
Die Mondfee schaute sich etwas erstaunt um und stellte fest, dass sie allein war. Sie wunderte sich über sich selbst, wieso fühlte sie plötzlich in sich so eine Wärme, so ein Vibrieren und gleichzeitig eine Unruhe? Immer wenn sie an den Sonnenengel dachte, wurde ihr ganz anders zumute. Doch sie kam auch nicht von diesen Gedanken los. So saß sie die ganze Nacht am See, blickte auf das Wasser, wo sich das Mondlicht spiegelte und träumte vor sich hin. Sie sah, wie sie gemeinsam mit dem Sonnenengel hoch oben am Himmel schwebte, er sie umfangen hielt mit all seiner Wärme und sie sich wunderbar geborgen fühlte…

Nachdem einige Tage vergangen waren, kam eines Nachts der Frosch wieder ans Ufer und sah sofort, dass auch die Mondfee wieder an ihrer Lieblingsstelle saß. Sie schaute ihm erwartungsvoll entgegen. Er strahlte sie an und erzählte ihr, dass er noch einmal mit dem Sonnenengel gesprochen hatte. Für den nächsten Tag, also schon in ein paar Stunden, war das Treffen geplant. Die Mondfee sprang auf, tanzte freudig umher, bis sie sich plötzlich fallen ließ und traurig schaute. „Was hast du?“ fragte der Frosch. „Ich bin sicher gar nicht hübsch genug für den Sonnenengel. Er muss so schön sein in seinem goldenen Licht. Und ich? Mein Kleid sieht so durchscheinend aus, meine Haare sind silbrig, wo bleibt da die Schönheit und der Glanz?“ Der Frosch schüttelte verwundert den Kopf: „Du weißt gar nicht, wie schön du bist. Wenn der Mond dein Haar bescheint, dein Kleid glitzern lässt … und außerdem willst du doch den Sonnenengel kennenlernen, so wie er wirklich und wahrhaftig ist, oder?“ Die Mondfee nickte: „Du hast ja Recht.“ Abermals sprang sie auf, lief zum Wasser und schaute noch einmal ihr Spiegelbild an. Doch, der Frosch hatte Recht, sie sah wunderschön aus in ihrem Silberglanz. Entschlossen drehte sie sich um. „Wir können.“ sagte sie.
Es wurde langsam hell, die Sonne ging auf und die kleine Mondfee bestaunte, wie wunderschön, hell und warm sich die Strahlen anfühlten. Sie badete in ihrem Licht, drehte sich, schloss die Augen und genoss die Wärme auf ihrem Haar. So merkte sie auch nicht, wie sich ihr ganz sacht der Sonnenengel näherte. Er war fasziniert von ihr, sie zog ihn magisch an und so landete er genau vor ihren Füßen. Die kleine Mondfee öffnete die Augen und schaute geradewegs in die goldenen Augen des Sonnenengels. Sie versank in seinem Blick. Beide schienen miteinander zu verschmelzen. Sie nahmen sich bei der Hand und ließen sich hinauf in die Weite des Himmels tragen. Gemeinsam vollführten sie einen Tanz der Farben, Gold mischte sich mit Silber, warm mit kalt, funkelnde Glitzer aus Mondstaub mit strahlenden Sternen aus Sonnenlicht. Ein einziges Lichtermeer umschwamm sie beide und sie tanzten in dieser Energie. Der Frosch sah von unten ganz verzaubert zu und begriff, was da Großes geschehen war. Die Vereinigung aller Gegensätze. Er spürte, alles war plötzlich eins, alles ergänzte sich, alles war gut so, wie es war. Alles war möglich.
Die Mondfee und der Sonnenengel tanzten solange, bis es Zeit war, vorerst wieder auseinander zu gehen. Beide spürten, dass sie ganz eng miteinander verbunden waren, sie fühlten die Energie des anderen und sie wussten, das war nicht ihr letzter gemeinsamer Tanz. Es wird noch viele Tage geben, an denen sie sich treffen und wieder zusammen in den Himmel fliegen würden, die kleine Mondfee – silbern glänzend und der Sonnenengel – golden strahlend.

So wie die Mondfee und der Sonnenengel, so schön und leicht darf auch in allen Welten die Vereinigung der Gegensätze sein. Sie zeigen auf, dass es wirklich nichts gibt, was nicht möglich ist. Das verstehen und sehen jetzt auch die Elfen. Sie erinnern sich gemeinsam daran, dass alles möglich sein kann, was irgendjemand sich wünscht. Und so kann es auch möglich sein, dass Frieden Einzug hält – in allen Welten!


Frieden

Ja, wie sehr wünschen sie sich alle den Frieden. Wie sehr … das wird ihnen erst jetzt bewusst. Sophie spricht: „Lasst uns doch einen Friedenstanz aufführen. Jetzt. Was meint ihr?“ Die Elfen sind begeistert und beginnen sofort, sich im Licht zu drehen. Auch einige Tiere stoßen zu ihnen und tanzen mit. Das Licht schwingt hoch und höher, wird immer heller und breitet sich überall hin aus. Es durchdringt alle Welten, alle Felder und bringt den Frieden überall hin – auch zu den Menschenseelen. Und so beginnen alle Welten zu leuchten …


Licht in allen Welten

Ja, es wird Licht in allen Welten. Es zieht Frieden ein. Die Wesen aller Welten atmen auf und spüren, dass sie alles gegeben haben für diesen Moment. Sophie, Elisa, Freddy, Flori und die Anderen wissen, dass sie nur alle gemeinsam dies hier vollbracht haben. Sie alle und die Engelwesen, die Tiere, die Baumwesen, die Gnome und Zwerge und die vielen Menschenseelen … sie alle gemeinsam haben es geschafft, dass jetzt das Licht alle Welten durchströmt und den Frieden überall hinträgt. Und so zieht Frieden ein, atmet die Welt auf, leuchtet das Licht …