Der Seelenruf

Der Seelenruf – Eine Reise zu dir selbst

Inhalt

Hörst du den Ruf?
Die Reise
Erinnere dich!
Die Elemente
Auf dem Berg
Die Erde
An der Quelle
Hilfreiche Wesen
Eine Begegnung
Das Lichttor

Dieses Buch kannst du hier kostenfrei lesen 🙂 … Ich wünsche dir viel Freude damit ❤


Hörst du den Ruf?

Werde still, höre … jemand ruft dich, etwas ruft nach dir, hörst du es? Dieser Ruf erschallt genau jetzt, denn du bist bereit, mehr als bereit. Du bist deinem Weg gefolgt, bist weiter und weiter gegangen, hast so viel erfahren und dich immer wieder neu aufgestellt. Du bist gewachsen und gereift, bist dir näher gekommen als je zuvor … und doch fehlt noch etwas. Etwas Entscheidendes fehlt … ahnst du, worauf ich hinaus will?

Es fehlt dein „JA“, dieses „JA“ zu dir selbst. Mit all deiner Liebe, mit all deinem Vertrauen, mit all deiner Achtung vor dir selbst gilt es jetzt „JA“ zu sagen.

Bist du bereit? Dann folge mir … und den Worten …


Die Reise

Erinnere dich!

Lass uns eine Reise machen … stell dir vor, du fährst an einen wunderschönen Ort. An diesem Ort möchtest du ein wenig ausspannen, dich erholen und zu dir finden. Du hast dir extra viel Zeit dafür genommen und kommst nun hier an diesem Ort an. Noch fühlst du dich voll von all dem, was deinen Alltag beschwert und was sich tagtäglich bei dir tut. Auch die Dinge anderer Menschen, deiner Familie und deiner Freunde schwingen noch in deinem Feld. Genau deshalb kommst du jetzt hierher, damit du leer wirst, dich fühlst und dein Feld neu ausrichten kannst. Also schau, dass du nicht nur dein Gepäck ablegst, dein Zimmer hier beziehst und einen ersten Blick nach draußen wirfst, sondern schau, dass du ankommst. In Ruhe. Langsam.

Setzt dich auf deinen Balkon und sieh in die Ferne. Schließe deine Augen und lausche. Was hörst du? Da singt ein Vogel, nicht wahr? Und ein Bach gluckst ganz leise. Die Wipfel der Bäume rauschen im leichten Wind. Spürst du, wie die Sonne dich wärmt? Genieße diesen Moment, werde still, komme an.
Spürst du, wie sich dein Körper beruhigt, wie alles in dir runterfährt? Lass dich darauf ein und höre zu. Höre dem zu, was sich in dir tut, was kommt und sich zeigt.
Erinnere dich daran, dass da noch mehr ist, dass du noch mehr bist. Dazu bist du hier, um dich an dein Sein, an deine Größe, dein Licht zu erinnern. Du weißt es, nicht wahr?

Ankommen

Komm, wir gehen ein Stück nach draußen, schauen uns in der Natur um. Und so laufen wir gemächlich zum Waldweg, der sich am Bach entlangschlängelt. Der Boden fühlt sich weich an. Es ist angenehm warm. Sacht streichelt der Wind deine Haut. Dein Schritt wird weicher, du fühlst dich leichter, so als hättest du schon eine Menge Ballast losgelassen. Die Freude kommt zurück und lässt dich ein Lied pfeifen. Spürst du, wie die Natur dir hilft, bei dir anzukommen? Es ist so leicht.

Schau, da hinten ist ein großer Stein. Magst du ihn berühren? Etwas zögerst du, doch dann tastest du mit einer Hand die Oberfläche des Steines ab. Du fühlst, dass er leicht rau ist und gleichzeitig sich warm anfühlt. Die Sonne hat ihn erwärmt und somit einen wunderbaren Platz zum Verweilen geschaffen. Du setzt dich auf den Stein, schließt deine Augen und versinkst tief in dein Inneres. Hier summt und brummt es leise. Bilder ziehen vorbei, Erinnerungen zeigen sich. Du seufzt auf, atmest tief und versinkst weiter in die Bilder. So viel will angeschaut und wahrgenommen werden. So verbringst du noch einige Zeit hier auf dem Stein, bevor du dich erhebst und deinen Weg fortsetzt.

Die Elemente

Wir laufen weiter am Waldrand entlang. Der Weg schlängelt sich sanft den Berg hinauf. Nach einer Weile bleibt der Wald zurück und gibt den Blick frei auf eine wunderschön gelegene Wiese. Hier magst du verweilen, legst dich ins Gras, schließt deine Augen und nimmst noch kurz den Geruch der Bergkräuter wahr, ehe du sanft in andere Welten geführt wirst. Dort erwartet dich ein goldschimmerndes Wesen, dein Lichtengel. Er spricht zu dir: „Willkommen in den Lichtreichen! Schön, dass du da bist!“ Dann nimmt er deine Hand und führt dich weiter in Richtung eines großen Tores. Ihr durchschreitet das Tor und kommt zu einem leuchtend hellem Ort, an dem ein leises Singen ertönt. Hier schwingt die Liebe, sie ist sehr intensiv spürbar und durchdringt alle Zellen. Du schaust dich um und siehst ganz erstaunt all den Wesen zu. Dein Engel nimmt dich an die Hand und führt dich zu einer kleinen Anhöhe. Er bedeutet dir, dass du dich hier hinsetzen kannst und spricht zu dir folgende Worte: „Ich möchte dir heute eine Unterweisung – ihr Menschenwesen sagt oft auch Einweihung dazu – geben. Sie wird dir helfen, den nächsten Schritt zu sehen und zu gehen und wird dich stärken. Dazu brauche ich deine Zustimmung und deine Absicht, dies jetzt hier geschehen zu lassen.“ Du nickst dem Engel zu und gibst dich diesem heiligen Moment hin. Der Engel legt seine Hand auf dein Herz und lässt Licht fließen. Dann spricht er weiter: „Du wirst jetzt starke Begleiter kennenlernen, die dich unterstützen und die du immer wieder selbst anrufen kannst. Auch in deinem Erdenleben sind diese Begleiter an deiner Seite.“ Er nimmt einen Lichtstab und zeigt mit diesem in alle vier Himmelsrichtungen sowie Richtung Himmel und Richtung Erde. Dann spricht er weiter: „Himmel und Erde verbinden sich. Feuer, Wasser, Erde und Luft schwingen sich ein. Ihr Elemente der göttlichen Schöpfung seid da. Zeigt euch. Jetzt.“ Es entsteht ein Lichtwirbel, in dem alles durcheinander scheint und doch geordnet ist. Die Elemente schwingen herab, zeigen sich in formgebenden Gestalten und stellen sich rings um den Platz, an dem du mit dem Engel bist.

Der Engel spricht:

Feuer, nähre das Feld mit deiner Kraft.
Lass Wärme aufsteigen. Lass Neuordnung geschehen.
Altes verbrennt, damit Neues entsteht.
Vergehen soll, was nicht mehr dient.
Brenne, lodere, entfache neu.
Fruchtbarer Boden –
hier gedeiht, was jetzt geboren.

Wasser, bringe in Fluss,
was starr und fest.
Nimm mit, was gelöst
und wandele, was neu werden will.
Fließe dahin, zeige den Weg,
der Fluss des Lebens ist es,
der trägt.
Fließe leicht, in Freude und Tanz.
Durchdringe alles ganz.

Erde, sei die Kraft,
die alles trägt.
Nähre und gib den Raum.
Sei da, damit alle Wesen
bei dir Zuflucht finden
und sich erinnern.
Lichtvolle Seelen gekommen
um sich zu erfahren.
Im neuen Zuhause auf Erden.

Luft, trag fort, was gelöst,
bring Bewegung in die Dinge.
Lass Leichtigkeit sich aufschwingen und
sei der Raum, in dem alles schwingt.

Alles sei verbunden mit Himmel und Erde, verbunden in dir! Die Elemente, sie dienen dir. Rufe sie an! Verneige dich vor ihrer Kraft, die in dir etwas neues erschafft.
Sie alle vereint wirken ausgleichend. Ausgleichend, stabilisierend, beruhigend, vervollkommnend. Lass dich tragen, begleiten und erkenne sie an deiner Seite an. Sie sind es, die dir hier auf dieser Erdenwelt viel zeigen sowie dich ebenso erinnern wollen. Denn du hast das Wissen in dir, erinnere dich jetzt!“

Der Engel fährt mit dem Lichtstab alle Seiten deines Seins ab, führt ihn nach oben über deinen Kopf und nach unten zu deinen Füßen. Dann schwingt er noch einmal im Kreis und lässt das Licht tanzen. Alle vereinen sich in diesem Licht, bevor sich die Elemente zurückziehen.

Langsam spürst du dich wieder und kommst zurück an den Ort, wo du dich auf die Wiese gelegt hast. Dein Herz ist warm. Du lächelst und erinnerst dich an die Bilder und die Elemente, die dich auf ihre Weise verzaubert haben. Du erinnerst dich auch daran, was dein Lichtengel alles zu dir sprach. Ein breites Lächeln macht sich auf deinem Gesicht breit. Du fühlst dich beseelt und ganz leicht. Für den Moment meinst du, dass dir nichts etwas anhaben kann, denn du bist dir selbst ganz nah.

Auf dem Berg

Du erhebst dich, schaust dich um und entscheidest dich, noch etwas weiter zu wandern. Ich schließe mich dir an und so gehen wir gemeinsam über die Wiese hinauf zum Berggipfel. Dort oben zeigt sich uns ein einzelner Baum sowie einige Greifvögel, die den Berg umrunden. Der Weg ist breit und leicht begehbar. Freudig und beschwingt steigst du empor, einen Schritt vor den anderen setzend. Ich spüre, dass ich mich jetzt hier zurückziehen kann. Du findest deinen Weg nun allein.
Es geht immer höher hinauf. Fast hast du den Gipfel erreicht. Ein Blick nach hinten zeigt dir, was du schon an Höhe gewonnen und dass du eine ganz schöne Wegstrecke zurückgelegt hast. Nun noch die letzten Meter, dann bist du oben. Tief atmend schaust du dich um. Dein Blick geht in alle Richtungen und saugt die Weite in sich auf. Dieser Weitblick zieht dich in seinen Bann. Er lässt dich tief atmen und auf eine ganz eigene Weise ankommen. Du erinnerst dich an den Baum, gehst noch die paar Schritte und betrittst seinen Raum. Zögernd näherst du dich, dich erinnernd, dass jedes Wesen eine Schutzaura um sich trägt. Du spürst das Nicken des Baumes, so als wolle er dich zu sich einladen. Vorsichtig legst du deine Hände an seinen Stamm und fühlst. Da ist ein Pochen, ähnlich deinem Herzschlag. Dann scheint es, als ob sich eure Herzen annähern und beginnen, im Gleichklang zu schlagen. Berührt stehst du und nimmst einfach diesen Augenblick wahr. Etwas in dir beginnt zu fließen. Eine Art Sperre bzw. eine Fessel löst sich. Tränen kullern, du spürst, wie Heilung einsetzt. Alles, was sich da in dir so aufgestaut hat, fließt ab. Der Baum schaut wissend zu dir herab und meint: „Lass alles fließen, mein Kind. So wirst du frei.“ Du schaust zwar etwas verwundert nach Oben, weil die Stimme von dort zu kommen schien, doch dann weißt du, du hörtest sie in dir, doch sie kam vom Baum selbst. So streichelst du dankbar noch einmal seine Rinde, legst kurz deine Stirn an seinen Stamm und hauchst ein „Danke“ in seine Richtung. Der Baum schickt dir ein „Gerne, komm einfach wieder, wenn du magst!“ entgegen und verneigt sich vor dir … zumindest sieht es so aus, denn seine Äste neigen sich kurz der Erde und dir entgegen.
Noch ganz verzaubert trittst du einen Schritt zurück und atmest tief durch. Dann setzt du dich ins Gras, um all das nachwirken zu lassen und diesen gigantischen Blick in die Weite ein weiteres Mal zu genießen.

Die Erde

Nach einer Weile erhebst du dich und schaust dich nach dem Weg um, der dich wieder nach unten führt. Gemächlich und tief in dich versunken beginnst du mit dem Abstieg. Dabei kommen in deinem Inneren viele Gedanken und Bilder nach oben. Sie zeigen sich noch mal, um dann endgültig gehen zu dürfen. Du weißt das und lässt sie durchziehen. Während du da so läufst, wird es leichter in dir. Du kommst gut voran und hast schon bald den Waldrand erreicht. Am Waldrand siehst du ein Schild, auf dem steht: „Richtung Quelle“. Daneben befindet sich ein weiteres Schild mit der Aufschrift: „Richtung Erdwall“. Du entscheidest dich, zuerst zum Erdwall zu gehen. Also biegst du ab, nimmst den Weg hinein in den Wald und dann hinab in ein kleines Tal. Es ist nicht weit, du bist nach kurzer Zeit schon da. Als der Weg eine kleine Abzweigung nimmt, siehst du ihn, diesen Erdwall. Zuerst erschließt sich dir nicht so ganz, was genau das nun sein soll, doch irgendwas zog dich hierher. Also schaust du genauer. Der Erdwall, eigentlich einfach ein kleiner Erdhügel, sieht nicht besonders spektakulär aus. Und doch geht von ihm eine eigentümliche Kraft aus. Du umrundest ihn mehrmals und bleibst dann vor ihm stehen. Plötzlich ist dir, als ob jemand oder etwas mit dir spricht.

Ich freue mich, dass du mich besuchst.“ sagt eine Stimme. Du schaust dich um, doch dann ist dir klar, dass du die Stimme anders hörst, mehr so aus deinem Inneren heraus und doch nicht als deine eigene. Da du zögerst, spricht die Stimme weiter: „Ich sehe, ich verwirre dich gerade. Deshalb möchte ich mich dir vorstellen. Ich bin die Erde – zwar hier als ein Teil der Mutter Erde und doch ein Ort, wo offene Menschenseelen mich hören, mir zuhören.“ Jetzt ist dir klar, warum du hierher solltest. Die Erde zu hören, war schon eine ganze Weile dein Wunsch. Doch bisher war der Zeitpunkt noch nicht da, dass dies geschehen konnte. So beugst du dich herunter, berührst den Erdhügel, streichelst sanft darüber und sagst: „Danke, dass ich hier sein darf und dass ich dich hören darf. Ich wollte schon lange zu dir Kontakt aufnehmen, wusste aber nicht wie.“ Du spürst, wie die Erde schmunzelt: „Umso schöner, dass du jetzt hier bist!“ Du nickst: „Ja, find` ich auch. Darf ich dich was fragen?“ „Natürlich!“
Es geschieht so viel auf der Erde, was dir doch weh tun muss oder wo wir alle so unachtsam sind. Wie kann ich dir helfen? Was kann ich tun, damit du nicht mehr leiden musst?“ Die Erde antwortet: „Liebes Seelenlicht, am meisten ist mir geholfen, wenn du deinen Weg gehst, wenn du dich erkennst und erinnerst. Denn dann wirst du automatisch achtsamer und bewusster. Und du steckst andere damit an. Denn dein Licht leuchtet so hell, dass auch sie beginnen, sich zu erinnern.“ Du schluckst: „Das ist alles?“ „Na ja fast …“ die Erde schmunzelt immer noch. „Es ist eher so, dass du auch mich um Hilfe bitten kannst. Wir sind so sehr miteinander verbunden, ich gebe dir hier eine neue Kraft, du wirst es spüren. Rufe mich, wenn du nicht weiter weißt, geh in die Natur, du spürst es gerade, wie sehr sie heilt. Erinnere dich einfach immer wieder daran, dass du auf mir wandelst und mit jedem Schritt auch heiler wirst. Und wisse, dass wir tief miteinander eins sind.“ Nach dieser Ansprache ist es eine Weile still. Du fühlst nach, schwingst dich ein und erkennst, alles ist wahr, was die Erde zu dir gesagt hat. Du verneigst dich noch einmal vor ihr und legst ihr zum Dank eine kleine Blüte hin, die du vorhin auf deinem Weg gepflückt hattest. Dann hörst du noch ein leises „Danke!“. Du erhebst dich und gehst zurück in Richtung Wegkreuzung. Es ist viel, was sich da in dir bewegt, sehr viel. Aber du spürst, du bekommst gerade ein Geschenk nach dem anderen. Das lässt dich lächelnd deinen Weg fortsetzen.

An der Quelle

An der Wegkreuzung angekommen nimmst du den Weg Richtung Quelle. Auch hier scheint es etwas für dich zu geben. Zumindest ahnst du, dass dem so ist. Es geht ein wenig bergauf, einen schmalen Weg zwischen Tannen hinauf. Vögel singen, der Wind streicht weiter durch die Wipfel. Sonnenstrahlen verzaubern den Wald und erhellen deinen Weg. Vor dir siehst du schon den Stein, der die Quelle umschließt. Aus diesem Stein plätschert dir klares Quellwasser entgegen. Du erfrischt dich mit dem Wasser, nimmst einen Schluck und setzte dich an den Stein. Du spürst, wie dieser sich mit dir verbinden mag, spürst seine Energie. Gleichzeitig ist da ein Glucksen und eine kristallklare Stimme: „Willkommen an deiner Lebensquelle!“ Du schaust erstaunt und antwortest: „Wieso nennst du dich meine Lebensquelle?“ Die Quelle antwortet: „Ich bin das Symbol für die Quelle in dir. So kannst du mich leichter sehen und annehmen. Denn so habe ich eine Form für dich. Gleichzeitig bin ich auch die Quelle jenen Baches, den du schon entlang gegangen bist. Du siehst, alles ist immer mit allem verwoben und verbunden. So auch hier.“ Die Stimme verstummst für den Moment. Dann beginnt sie neu: „Schau, deine Lebensquelle möchte sprudeln, möchte sich ausdrücken, in eine Form bringen. Und sie möchte dich erinnern, dass immer alles im Fluss ist. Dass sich alles weiterbewegt und stets verändert. All das kannst du lernen, erinnern und erfahren.“ Du nickst und sagst: „Ja, ich sehe das Bild.“ Du gehst noch tiefer hinein und fühlst dich fast eins mit der Quelle. Sie zeigt dir, dass alles aus allem entsteht, dass alles aus dem Licht geboren wird, dass alles aus einem einzigen Lichtfunken entstehen kann. Du siehst dich, dein Entstehen, dein Werden und dein Sein und erinnerst dich. Dann erkennst du, wie dein Lebensfluss sich gewunden hat, wohin er dich alles trug und dass es jetzt an der Zeit ist, dich ihm einfach hinzugeben. Leicht darf dein Weg sein. Leicht du auf deinem Lebensfluss dahin schaukeln. Leicht dein Weg sich dir zeigen und leicht du erkennen, was im Jetzt sein will. Du weißt einfach – es ist. Jetzt. Genau hier an der Quelle kommt dein Erkennen, dein Erinnern an einen neuen Punkt. Denn du siehst die Bilder und all die Zusammenhänge, doch vor allem siehst du, wie es nun weiter geht. Zutiefst berührt verneigst du dich auch vor der Quelle, dankst ihr und tauchst noch ein letztes Mal deine Hände in ihr kristallklares Wasser, benetzt deine Lippen, dein Herz und deine Stirn, bevor du dich wieder zurück auf deinen Weg begibst, deinen nächsten Erinnerungen entgegen.

Hilfreiche Wesen

Es geht weiter bergab. Rechts und links stehen Bäume, manchmal auch dichte Büsche. Hier und da raschelt es im Laub. Auch wunderschöne Moosflecken kannst du entdecken. Sie laden regelrecht ein, sich darauf niederzulassen. Als du ein Moosstück entdeckst, das die richtige Größe hat, damit du dich daraufsetzen kannst, lässt du dich nieder. Hier ist es fast lautlos still. Nichts stört. Nichts lenkt ab. Du gehst in dich und fühlst noch einmal nach, was sich in den letzten Stunden alles ereignet hat. Lächelnd siehst du noch einmal all die Begegnungen, die so ganz anders waren, als du es bisher kanntest. Du schließt deine Augen und bist ganz bei dir. Plötzlich hörst du etwas. Ein Wispern? Eine leise Stimme flüstert direkt neben deinem Ohr: „Hallo, liebe Lichtseele, magst du auch mich begrüßen?“ Vorsichtig drehst du deinen Kopf in die Richtung, aus der die Stimme kam und siehst ein wunderschönes, zartes Geschöpf – eine Fee mit durchsichtigen Flügeln. „Oh, bist du schön!“ hauchst du ihr entgegen. „Danke!“ sagt die Fee und dreht noch eine Runde, bevor sie sich auf deinem Knie niederlässt. Du fragst: „Lebst du hier? Allein?“ Die Fee schüttelt ihren Kopf: „Natürlich nicht allein. Wir sind viele. Viele Feen, Elfen, Gnome, Zwerge … wir wohnen und leben alle hier. Wir werden auch Naturwesen genannt. Es gibt auch noch Baumwesen, Pflanzenwesen, Krafttiere. Du siehst, wir sind echt viele!“ sie schmunzelt. „Ja, das hört sich so an. Und was tut ihr so? Seid ihr auch meine Erinnerer?“ „Teils, teils.“ sagt die Fee. „Wir sind eher deine Helfer und Begleiter. Vielleicht hast du schon einmal gemerkt, dass dir bestimmte Tiere immer wieder begegnen? Oder dich gewundert, wenn „man“ dir hier draußen etwas Neues eingeflüstert hat?“ Du überlegst. Tatsächlich fällt dir ein, dass du auf deinen Wanderungen oft Tiere triffst, die sich immer mal wieder zeigen. Auch diese „Einflüsterungen“ kommen dir bekannt vor. „Ja, ich denke, ich weiß, was du meinst. Doch was mache ich nun mit meinem Wissen, dass ich diese Tiere öfter treffe?“ fragst du. Die Fee antwortet: „Tiere, auch Helfer- oder Krafttiere sind bei dir, um dir Botschaften zu übermitteln. Manchmal wollen auch sie dich erinnern. Oder dich auf etwas aufmerksam machen. Wenn du einem Tier begegnest, kannst du ja jetzt immer mal in dich hineinhorchen, ob da was kommt. Oder du nimmst energetisch Kontakt auf. Auch dann können Botschaften fließen. Du siehst, sie sind nicht nur eben so bei dir, alles hat einen Sinn. Und wir … wir Naturwesen sind in der Nähe, um dir die Verbindung zur Natur und allem, was sich hier draußen bewegt und lebt, wieder nahe zu bringen. Du hast erfahren, wie heilsam die Naturräume sind. Wir achten darauf, dass das so bleibt. Und wir leben hier, weil es ein Raum ist, der still ist, wie für uns geschaffen ist, wo wir uns „austoben“, tanzen und singen können, wo sich die Welten begegnen und vereinen. Du siehst, wir begegnen uns jetzt auch hier, das ist ein besonderer Moment, für uns beide.“ Du spürst dem nach, was dir die Fee alles mitgeteilt hat und fühlst dich gerade sehr verbunden. Ihr sitzt noch eine ganze Weile dort im Moos, bis du spürst, dass du erst mal wieder allein sein möchtest. Die Fee versteht und verabschiedet sich für den Moment von dir. Du wanderst weiter, gehst wieder zurück auf den Weg und setzt dort sinnierend und tief in dich versunken einen Schritt nach den anderen.

Eine Begegnung

Während du so vor dich hinläufst, fällt dir auf, dass es etwas kühler geworden ist. Du ziehst deine Jacke enger um dich und marschierst etwas schneller. Auf einmal siehst du vor dir eine schnelle Bewegung – ein Tier kommt aus dem Dickicht – ein Reh. Es bleibt stehen und schaut dich an. Du bleibst ebenfalls stehen und erinnerst dich an die Worte der Fee. Im Inneren sprichst du mit dem Reh: „Hallo!“ Etwas zögernd noch, doch dann schon mutiger: „Hallo, ich freue mich, dich zu sehen!“ das Reh nickt mit dem Kopf und schon hörst du seine Stimme in dir: „Hallo Menschenwesen, ich auch!“ Es ist fast, als ob es dir zulächelt. Du fragst schnell weiter: „Hast du eine Botschaft für mich?“ Das Reh übermittelt dir: „Ja, deshalb treffen wir uns hier. Zuerst – ich freue mich sehr, dass du so achtsam und offen unterwegs bist. Das erlebe ich bei vielen anderen Menschenwesen noch nicht so oft. Schau, ich zeige dir in diesem Moment, dass es funktioniert, dass wir beide uns verstehen. Das ist jetzt meine Botschaft: wir sind verbunden. So ist es möglich, auf anderen Ebenen zu kommunizieren. Du spürst es, nicht wahr? Nimm es einfach so an und sieh diese Erfahrung als weiteren Puzzlestein auf deinem Erinnerungsweg.“ Das Reh nickt noch einmal und springt dann weiter, über den Weg, hinab ins nahe gelegene Gebüsch. Du stehst noch ganz überrascht auf dem Weg, bis du endlich realisierst, dass du wieder allein bist. Das Reh ist längst weg und du … verzaubert, ein wenig verwundert und doch irgendwie auch froh, das genauso erfahren zu haben. Du erkennst, dass diese Reise etwas Einmaliges ist und du hier so viel lernst, dich an so vieles erinnerst. Das war dir bisher so einfach noch nicht möglich. Doch jetzt ist die Zeit.

Das Lichttor

Du setzt dich wieder in Bewegung. Der Weg führt dich bergab und du gehst vor dich hin summend weiter. Auf einmal ist es ganz leicht, hier so zu gehen. Freudig schaust du dich um. Bewunderst die Lichtspiele zwischen den Bäumen und die Blumen am Wegrand. Schaust in den Himmel und winkst den Wolken zu und dann beginnst du zu singen. Tief aus deinem Sein steigt eine Melodie empor. Du singst wie du noch nie zuvor gesungen hast. Als du dabei deine Augen wieder ganz öffnest, siehst du vor dir eine Art Tor. Der Weg verengt sich etwas und in der Ferne scheint es, als ob sich nur für dich ein Lichttor öffnet. Wie gebannt und zutiefst verzaubert schreitest du weiter und immer weiter, hindurch durch dieses Lichttor. Beseelt und innig in deiner Mitte schwingend kommst du auf eine große Wiese. Hier wird dir auf einmal bewusst, was da eben geschehen ist. Du bist ohne Angst durch dieses Lichttor gegangen und hast dir selbst dabei vertraut. Du bist deinem Inneren gefolgt und hast dich führen lassen. Es war ganz leicht.

Lächelnd drehst du dich um dich, schwenkst deine Arme und rufst hinaus: „Ja! Das bin ich!“ lachst und tanzt weiter auf der Wiese herum. Nach einer Weile bleibst du stehen und schaust erstaunt um dich. „Was war das gerade?“ denkst du, als du deinen Lichtengel erblickst und dieser dich an die Hand nimmt. Er spricht zu dir:

Liebe Seele, du bist angekommen. Du hast den Schritt gewagt und bist in deinem Herzen angekommen. Das wirst du von jetzt ab nie mehr verlieren. Schau, du bist jetzt durch deine Führung durch das Lichttor gegangen. Du allein. Du bist dabei, dich noch tiefer zu erinnern. Dieser Durchgang hier hat etwas in dir geöffnet. Nun ist der Weg für dich frei!“ Er legt noch einmal seine Hand auf dein Herz und ihr vereint euch für den Moment. Licht kommt zu Licht. Und so fühlst du … Liebe … und Frieden.