Das Alte löst sich raus

Es ist Samstagmorgen, die Sonne scheint, klarer blauer Himmel. Normalerweise würde es mich sofort hinaus ziehen … doch in diesen Tagen ist alles, aber auch wirklich alles anders. Mir kam eben: Was für ein komischer Sommer … im Sinne von … meine Aktionen beschränken sich derzeit auf ein paar Schritte auf dem Hof bis zum nächsten Stuhl oder darauf, drin zu liegen. Ich bin langsam, wurde innerlich immer wieder angehalten, noch langsamer zu sein. Ich fühle mich wie gedimmt und nicht ganz da, kann zeitweise überhaupt nicht fühlen, wo ich da bin, was grad da ist. Alles scheint wie ein riesen Feld, in dem gleichzeitig das drin schwingt, was geht und das, was kommt. Dabei überwiegt für mich jetzt das, was geht. Das Alte löst sich raus … noch mehr, noch tiefer, noch intensiver. Mein Körper ächzt und kann wirklich nur ganz langsam … soviel zum Thema es ist Sommer und ich bewege mich draußen, genieße die Sonne … eher das Gegenteil ist der Fall. Ich kann es in diesen Tagen kaum ertragen, wenn die Sonne mal etwas wärmer scheint. Mein System hat in sich Hitze genug und bäumt sich auf, wenn da noch mehr dazu kommt. Dieser Umbau verlangt gerade alles … die Konzentration darauf, dem Körper immer wieder genau zuzuhören und zu geben, was für den Moment stimmt, egal wie das aussehen mag. Das Vertrauen, dass dieser Prozess nötig ist und auch wieder andere Zeiten kommen und das Wissen, dass es jetzt inmitten dieser Auflösezeit noch mehr seltsame Dinge geben wird, die ich nicht mit dem, was war, einordnen kann. Denn … alles, was kommt, ist immer neu … ich erinnere mich 😉
Trotzdem, ich fühle mich in diesen Tagen, als würde ich einen Berg besteigen. Dieser ist sehr hoch, der Weg gerade ziemlich steil, meine Beine müde und mein Gehirn durch die Sonne wie ausgebrannt. Ich weiß nichts … weiß gerade wirklich nicht, was ist, wohin, wie weiter, wo ich bin …

Gleichzeitig nehme ich am Rande wahr, wie sich diese Auflösung von unten her in die Felder schiebt. Soll heißen, es zeigen sich Aktionen und Synergien, zeigen sich Menschen, die jetzt sichtbar werden, hier vor Ort ein neues Miteinander leben wollen. Es ist ein Anfang, ein – gefühlt – besonderer Anfang. Es sind erste Schritte in eine neue Zeit, eine neue Ebene des Miteinanders, denn es geht nicht darum, neue Systeme zu erschaffen, sondern darum, jeden mitzunehmen und zu wertschätzen für das, was er ist, was er geben mag und wie er sich zeigt. Das ist für uns alle neu … und doch ein Schritt dahin, in eine Selbstverantwortung zu kommen, die es jetzt nötig braucht. Denn nur dadurch wird sich jetzt alles beschleunigen und dadurch entziehen wir dem sich aufbäumenden Alten weitere Energie. Sie werden ins Leere laufen. Diese Veränderungen kann ich deutlicher spüren als das, was im großen Feld gerade schwingt. Wobei natürlich alles miteinander vereint ist.

Wahrscheinlich ist dieser diffuse Zustand einfach das Gemisch von allem, was jetzt gehen will und dem Neuen. Es war einfach so noch nicht da und ist dementsprechend vollkommen unbekannt. Ich sehe gerade das Bild: vorsichtig herantastend gehe ich weiter, bleibe oft stehen, nehme auf und fühle genau, wann der nächste Impuls greift. Erst dann gehe ich den nächsten Schritt. Bis dahin ist es angeraten, zu schwingen, aufzunehmen, weiter loszulassen, Ruhe zu halten, dem Körper alle Zeit für die Anpassung zu geben und mich immer wieder an mein tiefes Vertrauen erinnern. Auch wenn dieser Sommer so anders ist, ich gerade meine, mich überhaupt nicht mehr zu kennen, nicht zu wissen, wohin mit mir, was grad ist und warum manches ist wie es ist … all das ist Wandel. Ja … ich weiß das … und doch sind da Momente, in denen mich Fragen und Zweifel überrollen oder meine Geduld sehr strapaziert wird …


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